Fokussieren
Nach unserem Paris-Urlaub war ich sagenhaft produktiv weil wundervoll erholt. Aktuell macht mich meine miserable nicht so gute Produktivität wieder “wahnsinnig”. Der nächtliche Schlaf ist zu wenig, da ich abends zu lang zum Einschlafen brauche und der Kleine immer dann eine unruhige Schlafphase hat, wenn ich gerade weggenickt bin.
Irgendwie habe ich gerade das Gefühl, mir fehlt der Fokus - ich kann mich nicht so gut und ausdauernd konzentrieren. Das hängt ganz sicher mit dem naturgemäßen Multitasking zusammen, dem eine Mutter nun mal unterworfen ist - Arbeit, Haushalt, Einkaufen, Wäsche, … . Dann quetsche ich noch Sport dazwischen, weil ich weiß, dass ich ohne nicht ausgeglichen bin und damit erst recht nicht fokussieren kann. Aber wie löse ich das Problem? Wie komme ich wieder in den Status, meine Arbeit wirklich hochkonzentriert von 8/9 bis 16:45 Uhr durchzuziehen? Irgendetwas weglassen, das geht nicht. Dem Haushalt noch weniger Beachtung schenken, kann ich leider nicht. Es sieht zwar nicht wie bei den Hottentotten bei uns aus, aber Küche und Bad könnten schon mindestens einen Wischdurchgang pro Woche mehr gebrauchen, als ich ihnen aktuell zugestehe. Ich bin da schon deutlich gelassener geworden, als ich früher war. Weniger Wäsche machen kann ich auch nicht - das läuft schon sehr optimiert ab. Einkaufen läßt sich auch nicht vermeiden und läuft zeiteffektiv ab. Wenn ich auf Sport (=Laufen und etwas Workout) verzichte, schneide ich mir ins eigene Fleisch. Dann ist zwar mehr Zeit, aber ich bin schneller genervt, weil ich nicht die Möglichkeit habe, mich körperlich auszupowern. Weniger Arbeit geht erst recht nicht. Hätte ich am Arbeitsplatz mehr Ausdauer und ließe mich nicht so leicht ablenken, dann könnte man mein Arbeitspensum als sehr viel, aber bewältigbar bezeichnen. Also, was tun? Hat irgendjemand Tipps, wie ich wieder zu mehr Konzentrationsfähigkeit komme? Ich beiße schon immer auf die Zähne, sehe aber auch ein, dass ich schon mal deutlich leidensfähiger und ausdauernder war. Und das macht mich unzufrieden.
Ich laufe zwar nicht meckernd und nölend durch die Gegend, aber zufrieden bin ich beim besten Willen nicht. Vom Gefühl her, fehlt mir Zeit des Nichtstuns, Zeit über die ich wirklich 100%ig frei entscheiden kann, wo gar kein Gedanke “das müsste noch gemacht werden” aufkommt. Von dieser Zeit bräuchte ich aber wahrscheinlich so viel, dass der Tag 30 Stunden haben müsste, wenn ich an obenstehenden Aufgaben nichts reduzieren will / kann…
Mein Ansatz wäre jetzt, dass ich die Abende in jeder Woche für einzelne “Aufgabengebiete” einteile, denn die Zeit von 20:30 bis 23:00 Uhr ist die einzige, über die ich “frei” entscheiden kann. Montag und Mittwoch wäre Sport angesagt, Dienstag und Sonntag Arbeiten, Donnerstag Haushalt intensiv (nebenbei läuft ja eh immer was), Freitag und Samstag Freizeit (zusätzlicher Sport, Fernsehen, Lesen, Schönheitspflege, notfalls nochmal Haushalt). Ob das hilft? Zumindest brauch ich mir dann keine Gedanken darum machen, welchem Thema ich mich jetzt widmen muss. Und auch als Erwachsener sind im stressigen Alltag Rituale sicher wichtig, um zurecht zu kommen. Mein Ziel sollte es sein, immer um 23 Uhr im Bett zu liegen, damit zumindest theoretisch die Chance auf 8 Stunden Schlaf besteht.
Wie schafft Ihr es, durch Konzentrations- und Leistungstiefs durchzukommen???